Elfenbeinküste - BUFET

Für Mies van der Rohe war die Transparenz des Hauses Tugendhat höchstes Ziel: so geschlossen es sich zur Straßenseite hin gibt, so offen blickt das am Hang liegende Gebäude zum Garten: die Außenwände des Hauptwohngeschosses sind aus Glas – vom Boden bis zur Decke – und noch dazu an zwei Stellen in den Boden versenkbar. “Gleichzeitig verschränkt sich der Eindruck des leuchtenden Kastens in der Dunkelheit mit jenen berühmten alten Aufnahmen des Hauses Tugendhat, in denen die Strahlkraft der Fensterfront das Bild beherrscht...” (Monika Faber). Horáková + Maurer haben die  ursprünglich im Zentrum des Hauptwohnraumes stehende Anrichte im vergrößerten Maßstab nachgebildet, jedoch die beiden Frontseiten aus Schwarzglas durch Diapositive ersetzt. Die Rolle des Lichts für die Architektur verschränkt sich mit der Rolle des Lichts für die Fotografie. Die “Printing Data”, die auf einem der sechs großformatigen, hinter Plexiglas kaschierten monochromen Diapositive eingeblendet sind, listen die technischen Daten auf, die zur Produktion der Fotografien (ausschließlich) im Labor notwendig waren, um den gewünschten Farbton Elfenbein zu erzielen: 3,3 % Yellow, 24,8 % Magenta, 0,0 % Cyan und 50 % Density sowie 1,2 Sekunden Belichtungszeit bei Blende 22 usw. lauten die Angaben zur korrekten Filtermischung.
Das Objekt BUFET wurde 1991 in der Ausstellung ArgusAuge in München am Königsplatz gezeigt und 1992 demontiert im Haus Tugendhat in Brünn
(siehe dazu die weiterführende Publikation “BUFET – Tugendhat”).