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Tamara Horáková Mit ungemischten Farben (Vanadiumgelb hell usw.) monochrom gemalt, drängen unterschiedlich geformte Flächen in den Vordergrund und bestimmen die Bildformate: Das heißt, dass die äußersten Kanten oder Ecken der meist schlanken Farbflächen für die Dimension des Bildträgers verantwortlich sind. Die auf den ersten Blick als "Abstraktionen" wahrgenommenen Bilder nehmen ihren Ausgang von einem einer anderen Realität zugehörigen Zeichensystem: dem System für Geländevisualisierung durch Rasterdaten. Lineare Raster, zweidimensionale Pläne, bestehend aus einer Vielzahl von Vermessungspunkten, die uns als Katasterdaten geläufig sind, bilden die Basis der individuellen Form der Areas. Auf diese Weise sind die scheinbar dem autonomen Raum der Kunst angehörenden farbigen Flächen exakt der Darstellung einzelner Parzellen nachgebildet und in der gelegentlichen geografischen Umgebung der Autorin (Vysočina in der Tschechischen Republik) verortet. Wir kommen allerdings nicht umhin, neben der landschaftlichen "Ursache" auch die politische ins Spiel zu bringen. Das Formenrepertoir der Parzellen hat durch Enteignungen, Zusammenführungen und neuerliche Aufteilungen jene Gestalt angenommen, die heute über das Planmaterial im zuständigen Bezirksamt, weniger in der Realität selbst, erfahren werden kann.Von der gewählten Konstellation aus sind die Flächenformen vordefiniert, die Farben in gewisser Weise – in einem nicht allzu strengen Transfer der Funktion der ausgewählten Grundstücke – zugeordnet. Die Realisierung des fein abgestimmten Konzepts mündet in ein buntes Spektrum der fundiert ins Bild gesetzten, zeichenhaft bestimmten Realität. |
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